Archiv der Kategorie: Materialkunde

Papierschöpfen

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Handgefertigtes Papier gilt als Luxus, und es wird gewöhnlich nur zu besonderen Anlässen verwendet. Papier besteht aus feinen Fasern, die sich beim Herstellungsprozess miteinander verbinden. Bei industriell gefertigtem Papier verlaufen diese Fasern alle in derselben Richtung. Deshalb lässt sich dieses Papier in Faserlaufrichtung auch immer leicht reißen.

Bei handgefertigtem Papier ordnen sich die Fasern dagegen in alle Richtungen an – das Papier lässt sich daher in keine Richtung ohne weiteres reißen. Diese Eigenschaft verleiht dem handgeschöpften Papier seine ganz besondere Qualität.

Handgeschöpftes Papier wird in einer Form hergestellt, die aus zwei Teilen besteht: einer Siebgussform und einem Rahmen.

Die Gussform besteht aus feinem Maschendraht, der wie ein Sieb wirkt; der Rahmen wird auf die Siebgussform gesetzt und sorgt dafür, dass die Fasern innerhalb der Form bleiben. Dabei wird der Rand des fertigen Papierbogens immer etwas unregelmäßig.

Die Qualität des handgeschöpften Papiers hängt davon ab, welches Ausgangsmaterial Sie verwenden. Je weißer das Papier ist, das Sie verwenden, desto heller wird auch das handgeschöpfte Papier. Billiges Papier mit einem hohen Anteil an Druckerschwärze wie beispielsweise Zeitungspapier wird sehr grau.

Sie können auch Muster in das Papier einarbeiten, indem Sie zum Beispiel kleine Blüten, Blätter oder Stengel in den Papierbrei geben.

© der bunte Weberknoten

Speckstein

Speckstein, auch Seifenstein oder Steatit genannt, ist ein Mineral, das uns im Alltag als Körperpuder begegnet.

In ungemahlenem Zustand handelt es sich um ein sehr dichtes Mineralgestein, das in ganz unterschiedlichen Farben vorkommt: von klarem Weiß über Karmin bis zu Braunrot, von gelbem Ocker über Hellgrün bis zu dunklem Oliv, vom lichten Hellgrau bis zu Schwarz.

Das Material kann ganz verschiedenartig marmoriert werden, was freilich erst im Zuge der abschließenden Oberflächenbehandlung richtig zur Geltung kommt.

Speckstein kommt in Europa an vielen Orten vor. Neben der Verarbeitung zu Körperpuder dient europäischer Steatit vor allem als Füllstoff in Thermoplasten und auch in Lacken, ferner als Rohstoff für Elektrodenkeramik, als Beigabe zu Pharmazeutika, Fungiziden u.ä.m.

Importware, die am besten zum Gestalten geeignet ist, kommt vor allem aus China, Ostafrika, Brasilien und aus Ägypten.

Modelliermassen

cernit_rabeFIMO, Cernit oder Ähnliches sind knetbare Modelliermassen, die durch Hitze aushärten und in vielen verschiedenen Farben erhältlich sind. Sie lassen sich in der Verarbeitung gut mischen und ineinander kneten.

Die einzelnen Arbeitsschritte beim Modellieren bestehen aus Durchkneten, Formen, Härten und der Endbearbeitung plus eventueller Dekoration.

Wichtig ist, dass Hände, Arbeitsfläche und Werkzeug ganz sauber sind, denn die Masse nimmt wie ein Radiergummi jeden Schmutz und Staub auf.

Durchkneten

cernit_schafDas Material reagiert intensiv auf Temperatur. Dies kann man ganz gezielt beim Modellieren nutzen. Wärme macht Modelliermassen weich und geschmeidig, kalt sind sie steif und fest. Man teilt daher ein Stück, mit dem man arbeiten will, in Teile und knetet diese durch. Genauso gut kann man sie mit einem Nudelholz durcharbeiten.

Wird die Masse beim Modellieren durch die Handwärme zu weich, legt man das Teil kurz in den Kühlschrank, die Kälte verfestigt es wieder.
Kälte hat keinerlei negative Auswirkungen auf das Material. Wird es aber über längere Zeit Temperaturen über 30 Grad ausgesetzt, fängt die Oberfläche an auszuhärten.

Formen

cernit_giraffeEinmal durchgearbeitet, sind Modelliermassen sehr elastisch und ganz fein auszumodellieren. Sie lassen sich in jeder gewünschten Weise formen, flechten, drehen und hauchdünn ausziehen.

Modelliert man sehr große kugelige Formen, empfiehlt es sich, die Kugel an einer Stelle anzuhöhlen; große Kugeln haben sonst leicht die Neigung zu reißen, da sich bei großer Materialmenge wegen der höheren Temperaturen in der Außenhaut leicht Spannungen aufbauen, die das Material quasi auseinandersprengen.

Hilfsmittel:

  • Messer
  • Nadel
  • Pinzette
  • Zahnstocher
  • Zahnbürste
  • Keksausstechformen
  • etc.

Härten

Gehärtet wird Modelliermasse im vorgeheizten Backofen bei 100-130°C. Die Dauer der Backzeit liegt ja nach Größe und Feinheit des Objekts zwischen 5 und 45 Minuten.
Beim Erhitzen wird das Material zunächst noch einmal ganz weich, man sollte deshalb ganz dünne Objekte abstützen.

Will man ein Objekt aus Teilen, die sehr unterschiedlich dick sind, härten, so kann man dies in mehreren Backgängen tun: Man beginnt mit dem dicksten Teil, härtet diese etwas kürzer als erforderlich und modelliert dann die dünnen Teile nach dem ersten Härten auf oder an und gibt das Werkstück dann erneut in den Ofen.

Ist beim Härten ein Riss entstanden, so kann man den Spalt mit Modelliermasse ausfüllen und das Teil nochmals kurz härten. Den Übergang schmirgelt man dann ab.

Kleinere Teile kann man auch durch Kochen härten. Man gibt das Teil in kaltes Wasser und lässt es nach dem Aufkochen nur noch 2-3 Minuten im Wasser.

Grundsätzlich ist eine höhere Härtungstemperatur für Kunststoffmassen besser.

Endbearbeitung

Ist ein Teil ausgehärtet und erkaltet, kann es noch weiterverarbeitet und vielseitig verziert werden. Man kann es schleifen, bohren und sägen, mit allen handelsüblichen Farben bemalen und mit verschiedenen Materialien kombinieren.

Für Verzierungen und Formen aller Art sind Ihrer Phantasie keine Grenzen gesetzt!

© der bunte Weberknoten

Marmorieren

Marmorieren auf Wasser

 

Alles über die Farben

Marmorierfarbe eignet sich bestens für Kunststoffeier und -kugeln, Glas, Acrylglas, Holz, Pappmaché, ausgeblasene Eier, Kerzen, Metall, Styropor.

Die Farben müssen vor der Verwendung sehr gut geschüttelt werden, damit sie sich gleichmäßig verteilen. Besonders bei Metallicfarben und Gold, Silber und Weiß.

Die Farbe, auf Basis organischer Lösungsmittel, ist nach ca. 15 Minuten staubtrocken. Nach vollständiger Trocknung (je nach Untergrund) und Farbkonzentration mehrere Tage) ist die Farbe sogar mit einem feuchten Tuch abwischbar, jedoch nicht spülecht. Kerzen brauchen manchmal mehrere Wochen, bis sie nicht mehr kleben.

Den Originalfarbton erzielen Sie ausschließlich auf weißen Untergründen.

Die Reihenfolge der aufgetropften Farben beeinflusst wesentlich das Marmoriermuster.
In der Regel verdrängt der zweite Farbton den ersten, sodass der zweite Farbton stärker zur Geltung kommt. Sämtliche Hilfsmittel können mit Terpentinersatz gereinigt werden.

Tipp: Fangen Sie nicht gleich mit großen Objekten an. Üben Sie zuerst mit kleinen Objekten, die sich zum Tauchen gut eignen, wie Ostereier, Kugeln usw.

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