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Millefiori – Cut’n Roll

knoten_grossWer hätte gedacht, dass die raffinierte Kunst des Verzierens unterschiedlichster Gegenstände in der „Millefiori“ (Italienisch für: „tausend Blumen“) -Art Jahrtausende alt ist? Sie wurde vermutlich in Mesopotamien, dem Land zwischen Euphrat und Tigris, entdeckt. Im antiken Alexandria entwickelte man die Fähigkeit, bunte Glasteile zu höchster Vollendung zusammenzuschmelzen.

Leicht zu handhabende Modelliermassen sind mit ihren leuchtend bunten, untereinander mischbaren Farbtönen ideal geeignet, ganz individuelle Millefiorimuster nachzuarbeiten oder neu zu schaffen. Es kostet zwar ein wenig Zeit, die „tausend Blumen“ zu modellieren, dafür eröffnet sich Ihnen aber eine neue Welt des kreativen Gestaltens mit einer Vielzahl von Farben, Formen und Strukturen.

Dies ist eine faszinierende Modelliertechnik, bei der einfache geometrische Grundformen wie Platten, Stränge, Drei- und Vierecke in unterschiedlichsten Farben zu einer wurstförmigen Rolle zusammengesetzt werden, wodurch verblüffend interessante und sehr effektvolle Muster entstehen.

Material:

  • schwarze Modelliermasse,
  • sowie Modelliermasse in sechs verschiedenen Farbtönen Ihrer Wahl,
  • Walze oder Flasche mit glatter Oberfläche,
  • Glasplatte als Arbeitsunterlage,
  • Frischhaltefolie
  • scharfes Messer (Cutter)

Arbeitsvorgang:

Die gut weichgeknetete Masse (Cernit) in verschiedenen Farbtönen rollen Sie in schmale Stränge mit einem Durchmesser von jeweils 2cm. Je kontrastreicher die Farben sind, umso effektvoller wird später das Muster. Komplementärfarben wie blau/gelb oder rot/grün wirken besonders gut.
Die kontrastreichen Stränge werden jeweils mit einer dünnen, etwa 1mm starken Platte aus Modelliermasse ummantelt. Mit einer Walze oder Flasche lässt sich die Modelliermasse sehr leicht zu einer Platte auswalzen.
Jetzt rollen Sie die ummantelten Stücke zu gleich langen Strängen mit einem Durchmesser von ca. 1cm aus und legen diese übereinander. Daraufhin drehen Sie die aufeinandergelegten Stränge behutsam in ihrer gesamten Länge ineinander – so, als würden Sie ein feuchtes Tuch auswringen.
Rollen Sie die gedrehte Modelliermasse nun auf einer Glasplatte so lange hin und her, bis sich die Stränge zu einer neuen Rolle verbunden haben. Wie das Muster nachher wirkt, kann man schon ein wenig erkennen.
Schneiden Sie die Rolle in drei gleich lange Stücke, die dann wieder zusammengelegt und erneut zu einer Rolle geformt werden.
Nun machen die „tausend Blumen“ ihrem Namen alle Ehre. Von der fertigen Musterrolle lassen sich mit einem sehr scharfen Messer sehr dünne Scheiben abschneiden.

Rollen

…in unterschiedlicher Stärke; Soll die Rolle dicker werden, klopft man sie mit den Enden behutsam auf. Durch sanftes Rollen auf einer glatten Unterlage wird die Rolle schlanker.

Platten

Für Platten bzw. Blöcke rollt man Cernit mit einem Nudelholz aus und schneidet es in beliebige rechteckige oder quadratische Teile.

Trennlinien

Trennlinien bilden sich, indem man dünn ausgerollte Platten um eine Grundform wickelt, ähnlich einem „Mantel“.

Dreiecke

Dreiecke entstehen durch diagonales Teilen eines quadratischen Blocks in Längsrichtung.
Die einzelnen Elemente werden zu großen Rollen zusammengesetzt. Zwischenräume füllt man mit Rollen in der Grundfarbe. Durch Schneiden der Rollen erhält man viele Teile mit gleichem Muster.

Überziehen von Gegenständen

Die Scheibchen legen Sie jetzt dicht aneinandergereiht zu einer Fläche aus. Achten Sie beim Auslegen darauf, dass nicht zu große Lücken entstehen. Sie dürfen die Scheibchen ruhig etwas drücken. Sollten sich diese dadurch verformt haben, ist es keineswegs dramatisch, das schadet dem Muster nicht.

Sobald Sie die Fläche ausgelegt haben, walzen Sie noch einmal darüber. Dadurch wird die Oberfläche glatt und die Scheiben werden so aneinandergedrückt, dass eine relativ feste Verbindung zwischen ihnen zustande kommt. Eine geschmeidige, fast „folienartige“ Platte liegt schließlich vor Ihnen.

Lösen Sie die Platte von Ihrer Arbeitsunterlage, um damit die unterschiedlichsten Gegenstände zu beziehen. Damit das Ablösen kein Problem wird, können Sie Frischhaltefolie oben und unten dazulegen.

Haben Sie nun alle Schritte erledigt, gehen Sie folgendermaßen weiter vor:
Überschüssiges Material (wie z.B. Falten) wird einfach herausgeschnitten. Danach drücken Sie die Modelliermasse an den „Nahtstellen“ wieder zusammen.

Geben Sie nun den bezogenen Gegenstand in den Ofen, um die Modelliermasse bei ca. 110°C zu härten. Metall oder Holzgegenstände können jederzeit in den vorgewärmten Ofen gestellt werden. Bei Glas oder Porzellan sollten Sie behutsam vorgehen und deshalb die Temperatur nur langsam erhöhen.
Nach dem Härten lassen Sie das bezogene Stück möglichst lange im Ofen auskühlen, damit Sie Sprünge vermeiden.

Wenn Sie wollen, können Sie die leuchtenden Farben der Oberfläche mit Speziallack in matt oder glänzend noch brillanter werden lassen.

Tipp: Wenn Sie nicht den gesamten Gegenstand mit dem Millefiorimuster ausfüllen möchten, lösen Sie einzelne Elemente vorsichtig ab und bringen Sie mit einem dafür geeigneten Kleber so viele „Blumen“ an, wie es Ihnen beliebt.

© der bunte Weberknoten

Schneekugel

 Material:               pinguin schneekugel

  • Cernit in weiß, orange, Schwarz
  • wasserfester Klebstoff,
  • weiße Kunststoff-Schnipsel
  • Marmeladeglas mit gut verschließbarem Deckel

Arbeitsvorgang:

Aus Cernit fertigt man eine Fgur, einen Pinguin oder zu Weihnachten einen Weihnachtsmann oder ein Engerl, einen rutschenden Baby-Pinguin und eine stehende Pinguin-Mutter an.

Dazu formt man die Bäuche und die Köpfe aus weißem Cernit. Die Flügel, die Augen und einen Teil des Kopfes macht man aus schwarzem Cernit und die Schnäbel sowie die Füße aus orangefarbenen Cernit.

Der Eisberg aus weißem Cernit und die beiden Pinguine werden nach dem Aushärten im Backrohr mit wasserfestem Klebstoff am Deckel des Marmeladeglases angeklebt. Darauf achten, das das Glas darüber gestülpt werden kann!

Sie können die Figur auch im Deckel härten, dazu wird die Unterfläche aus Cernit geformt, auf der die Figur stehen kann, und sie drücken sie fest in den Deckel. Sollte sich die Figur später lösen, mit Kleber – auf Lösungsmittelbasis – ankleben.

Von einem ausgedienten weißen Kunststoffgegenstand raspelt man nun Späne für das Schneegestöber ab (ev. kann man auch die Schneeflocken einer alten Schneekugel oder Flitter verwenden!) Die „Schneeflocken“ werden in das Marmeladeglas gefüllt.

Dann muss man das Glas nur mehr mit destilliertem Wasser auffüllen und den Deckel mit den Figuren daraufschrauben. – Und schon bricht des Schneegestöber los!

© der bunte Weberknoten

Modelliermassen

cernit_rabeFIMO, Cernit oder Ähnliches sind knetbare Modelliermassen, die durch Hitze aushärten und in vielen verschiedenen Farben erhältlich sind. Sie lassen sich in der Verarbeitung gut mischen und ineinander kneten.

Die einzelnen Arbeitsschritte beim Modellieren bestehen aus Durchkneten, Formen, Härten und der Endbearbeitung plus eventueller Dekoration.

Wichtig ist, dass Hände, Arbeitsfläche und Werkzeug ganz sauber sind, denn die Masse nimmt wie ein Radiergummi jeden Schmutz und Staub auf.

Durchkneten

cernit_schafDas Material reagiert intensiv auf Temperatur. Dies kann man ganz gezielt beim Modellieren nutzen. Wärme macht Modelliermassen weich und geschmeidig, kalt sind sie steif und fest. Man teilt daher ein Stück, mit dem man arbeiten will, in Teile und knetet diese durch. Genauso gut kann man sie mit einem Nudelholz durcharbeiten.

Wird die Masse beim Modellieren durch die Handwärme zu weich, legt man das Teil kurz in den Kühlschrank, die Kälte verfestigt es wieder.
Kälte hat keinerlei negative Auswirkungen auf das Material. Wird es aber über längere Zeit Temperaturen über 30 Grad ausgesetzt, fängt die Oberfläche an auszuhärten.

Formen

cernit_giraffeEinmal durchgearbeitet, sind Modelliermassen sehr elastisch und ganz fein auszumodellieren. Sie lassen sich in jeder gewünschten Weise formen, flechten, drehen und hauchdünn ausziehen.

Modelliert man sehr große kugelige Formen, empfiehlt es sich, die Kugel an einer Stelle anzuhöhlen; große Kugeln haben sonst leicht die Neigung zu reißen, da sich bei großer Materialmenge wegen der höheren Temperaturen in der Außenhaut leicht Spannungen aufbauen, die das Material quasi auseinandersprengen.

Hilfsmittel:

  • Messer
  • Nadel
  • Pinzette
  • Zahnstocher
  • Zahnbürste
  • Keksausstechformen
  • etc.

Härten

Gehärtet wird Modelliermasse im vorgeheizten Backofen bei 100-130°C. Die Dauer der Backzeit liegt ja nach Größe und Feinheit des Objekts zwischen 5 und 45 Minuten.
Beim Erhitzen wird das Material zunächst noch einmal ganz weich, man sollte deshalb ganz dünne Objekte abstützen.

Will man ein Objekt aus Teilen, die sehr unterschiedlich dick sind, härten, so kann man dies in mehreren Backgängen tun: Man beginnt mit dem dicksten Teil, härtet diese etwas kürzer als erforderlich und modelliert dann die dünnen Teile nach dem ersten Härten auf oder an und gibt das Werkstück dann erneut in den Ofen.

Ist beim Härten ein Riss entstanden, so kann man den Spalt mit Modelliermasse ausfüllen und das Teil nochmals kurz härten. Den Übergang schmirgelt man dann ab.

Kleinere Teile kann man auch durch Kochen härten. Man gibt das Teil in kaltes Wasser und lässt es nach dem Aufkochen nur noch 2-3 Minuten im Wasser.

Grundsätzlich ist eine höhere Härtungstemperatur für Kunststoffmassen besser.

Endbearbeitung

Ist ein Teil ausgehärtet und erkaltet, kann es noch weiterverarbeitet und vielseitig verziert werden. Man kann es schleifen, bohren und sägen, mit allen handelsüblichen Farben bemalen und mit verschiedenen Materialien kombinieren.

Für Verzierungen und Formen aller Art sind Ihrer Phantasie keine Grenzen gesetzt!

© der bunte Weberknoten